AI in der Podcastproduktion: So nutzen wir Künstliche Intelligenz für Podcasts

Bei Ellie Media nutzen wir AI praktisch täglich, besonders in der Podcastproduktion. Hier unsere Top-Tools.

Descript: Transkripte, «ähms» wegschneiden, Vorschneiden

Es kann ein ziemlicher Knochenjob sein, bei einem 60-minütigen Interview alle «Ähms» wegzuschneiden. Besonders, wenn die Person sehr oft «ähm» sagt. Es gibt bereits viele Tools, die das automatisch können. Wir nutzen dazu Descript. Das Programm ist eigentlich für Transkripte gedacht, hat sich in den letzten Monaten aber zur Allzweckwaffe entwickelt. Denn, es kann noch viieeel mehr, als nur Transkripte erstellen und «Ähms» wegschneiden.

  1. Transkript erstellen: Mit einfachem Drag&Drop ziehst du eine mp3-Datei in Descript und das Programm erstellt ein Transkript. Das funktioniert sogar mit Schweizerdeutsch gut. Aber egal, ob du Englisch, Deutsch oder Schweizerdeutsch transkribieren willst – du musst immer noch einmal durchschauen und Korrekturen anbringen.
  2. «Ähms» wegschneiden: Descript erkennt automatisch Füllwörter wie «ähm» und doppelte Wörter, die wir beim Sprechen oft machen: «Wir waren dort… also ähm wir waren dort oft am See.» Hier würde Descript automatisch umformulieren: «Wir waren dort oft am See.»
  3. Vorschneiden: Du kannst in Descript das Transkript bearbeiten. Ähnlich wie in einem Textprogramm, wie etwa Word, kannst du Passagen löschen. Diese werden aber nicht nur im Text gelöscht, sondern auch in der darunterliegenden Audiodatei! Und jetzt kommt das richtig richtig coole an der ganzen Sache:
  4. Export in Adobe Audition: Wenn du das Transkript fertig bearbeitet hast, kannst du es als Adobe Audition-Projekt exportieren. Öffnest du dann die Audition-Datei, hast du viele kleine Schnitte in der Tondatei, welche von Descript gemacht wurden. Auch die Füllwörter wurden so im Audio entfernt. Das einzige, was du tun musst, ist, einzelne Übergänge zu verbessern.
  5. Export auch als Video: Du hast ein Videopodcast? Kein Problem, der ganze Prozess funktioniert auch mit Video und du kannst danach sowohl das Audio, wie auch das Video exportieren, z.B. als Adobe Premiere oder DaVinci Projekt.

Wir sparen mit Descript enorm viel Zeit und es hilft uns auch sehr fürs Storytelling, weil wir das Gesprochene als Text sehen und so uns ein besseres Bild machen können.

Der durchgestrichene Text ist eine Stelle, die wir aus dem Audio wegschneiden möchten. Die blau unterlegten Stellen sind Füllwörter, die Descript automatisch erkennt und bei Bedarf löscht.

Descript: Social Media Posts

Bleiben wir noch etwas bei Descript. Das Programm kann noch viel mehr (z.B. deine Stimme klonen, aber das nutzen wir nicht). Hier möchte ich noch auf die Funktion «Ask AI» hinweisen. Nachdem du ein Transkript (siehe oben) erstellt hast, kannst du nämlich AI gewisse Dinge fragen, wie etwa:

  • Vorschläge für
    • Titel
    • Shownotes
  • Schreiben von Social Media Posts
  • Blogposts verfassen
  • Zusammenfassung schreiben

Uns hilft das, als Inspiration.

Riverside: Zusammenfassung und Chapter Marker

Ein weiteres tolles Tool, um Transkripte zu erhalten und damit sich eine Zusammenfassung anzulegen, ist Riverside. Wir nutzen deshalb Descript für die Transkripte, weil wir, wie oben erwähnt, das Transkript textlich bearbeiten können und es dann im Audio simultan einen Schnitt macht. Riverside nutzen wir aber sonst auch gerne für Zusammenfassungen und unsere Chapter Marker aka Timestamps.

Riverside ist bekannt fürs Remote Recording (was wir auch sehr oft brauchen). Doch das Tool kann immer mehr. Auch wenn du nicht mit Riverside aufgenommen hast, kannst du ein Audiofile bei Riverside hochladen und es transkribieren lassen. Das funktioniert super-krass-gut auf Schweizerdeutsch (sorry Töggl, da ist Riverside bereits besser). Riverside erstellt uns also Zusammenfassungen mit Key Takeaways und Chapter Marker, die wir dann für Spotify und YouTube verwenden können.

Riverside: Video-Posts

Die Riverside-AI kann aber noch viel mehr. Zum Beispiel erstellt sie zehn Vorschläge für Videoposts im Hochformat, mit Untertitel. Du kannst aber auch selbst bestimmen, was für Posts du haben möchtest, indem du nach einem Thema aus dem Interview suchst und die KI schneidet dir dann etwas dazu zusammen.

Du hast aber freie Hand und kannst das ganze noch bearbeiten. Auch hast du die Möglichkeit, das Layout oder die Art der Untertitel zu ändern oder zusätzlichen Text einzufügen.

Adobe: Tonqualität verbessern

Wenn wir eine ganz schlechte Tonqualität angeliefert erhalten, dann müssen wir manchmal auf AI zurückgreifen. Auch Descript bietet die Funktion an, dass die Tonqualität verbessert wird, wir vertrauen da aber auf die KI von Adobe. Hier lädst du einfach die Datei per Drag&Drop rein und wählst danach, wie fest die Datei bearbeitet werden soll. Meist ist 100 % zu viel, bzw. es hört sich dann sehr «robotisch» an. Drehst du aber etwas runter, so zwischen 60 und 70 % und bearbeitest dann noch etwas selber, kann das einen riesigen Unterschied machen.

Hier ein Vor-Nachherbeispiel mit Pascal Nufer, der Host unseres Podcasts «IAM on ear».

Hier die Originalversion:

Und hier die mit AI bearbeitete Version:

Mastering

Mastern ist eine Wissenschaft für sich. Bei Ellie Media ist es uns wichtig, dass alle unsere Podcasts qualitativ hochwertig produziert und entsprechend auch gemastert sind. Besonders innerhalb eines Podcasts wäre es komisch, wenn z.B. eine Folge plötzlich lauter wäre als die vorherige. Deshalb durchlaufen alle unsere Podcastfolgen denselben Prozess.

Beim Finish setzen wir auf die Hilfe von AI. Auphonic leistet da beste Arbeit und ist ein alter Hase im Business. Die österreichische Firma mastert deine Files per Knopfdruck. Du kannst aber auch Voreinstellungen vornehmen, und diese jeweils annehmen. So stellen wir bei Ellie Media sicher, dass alle unsere Podcastfolgen gleich laut sind (-16 LUFS) aber auch allgemein gleich gut gemastert werden.

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