
Ist das gerade die wichtigste Studie des Jahres?
Was ist passiert?
Sounds Profitable hat mit «The Podcast Atlas» eine Studie veröffentlicht, die Podcasting nicht mehr als einzelnes Format begreift, sondern als Verbund aus fünf Territorien: Audio, Video, Clips, Social und Newsletter. Das Publikum bewegt sich laut Studie nicht linear durch einen Funnel, sondern in einem «Content Graph» zwischen diesen Bereichen. Jedes Territorium hat eine eigene Funktion: Audio ist die «Trust Engine» mit der grössten Nähe zwischen Creator und Publikum, Video vertieft diese Beziehung visuell, Clips sorgen für Entdeckung, Social für Distribution, Newsletter für die algorithmusunabhängige Reaktivierung – kleine Reichweite, aber hohe Bindungskraft.
Wieso ist das wichtig?
Der Atlas liefert erstmals ein Vokabular dafür, was viele Creator längst intuitiv tun, aber selten strategisch benennen: bewusst zwischen Formaten zu verteilen statt überall gleich stark sein zu wollen. Für Schweizer Podcast-Creator, die oft mit knappen Ressourcen auf wenigen Kanälen präsent sind, ist das eine nützliche Entscheidungshilfe – die Studie zeigt konkret, dass Audio bei Vertrauen und Werbeglaubwürdigkeit klar vorne liegt. Für die Creator Economy insgesamt liefert die Studie damit auch ein Argument gegenüber Werbekunden: Eine Multikanalstrategie lässt auch bei kleinen Reichweiten Vermarktungspotenzial zu. Und natürlich gilt das auch für Organisationen.

Podcasthörende sind älter als gedacht
Was ist passiert?
Neue Daten zeigen: Millennials bleiben zwar die grösste Gruppe, aber Gen Z und die Generation 55+ sind deutlich präsenter als angenommen. Deutschland hat unter den fünf untersuchten Märkten (USA, UK, Frankreich, Deutschland, Australien) einen der höchsten Anteile älterer Hörerschaft. 11,4 % der deutschen Podcast-Hörerinnen und -Hörer sind 65 Jahre oder älter. Auch beim Geschlecht zeigt sich ein ausgeglicheneres Bild als erwartet, mit Marktunterschieden: Frankreich und UK weisen einen höheren Frauenanteil auf als die übrigen Länder. Die Erkenntnisse gehen auf eine Auswertung von NumberEight zurück, im Rahmen des «Global Podcast Advertising Compass 2025».
Wieso ist das wichtig?
Das Muster – viele ältere Hörende, aber wenig Werbegeld, das sie erreicht – deckt sich mit einem Befund, der sich durch die ganze Studie zieht: Werbetreibende konzentrieren ihr demografisches Targeting stark auf die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen, während 55+ und besonders 65+ trotz nachweislich starker Nutzung systematisch nicht abgeholt werden. Das betrifft auch redaktionelle Entscheidungen: Wer als Schweizer Podcast-Creator Werbepartner sucht, tut gut daran, die eigene 55+-Hörerschaft aktiv auszuweisen statt sie implizit als Nebenprodukt einer jüngeren Zielgruppe zu behandeln. Gerade Themen wie Reisen, Gesundheit oder Finanzen, die laut Studie bei älteren Hörer:innen über alle Märkte hinweg stark performen, bieten dafür Anknüpfungspunkte.

Riverside baut sich zur Full-Stack-Plattform um
Was ist passiert?
Riverside hat mit «Riverside 2.0» das grösste Update seiner Geschichte angekündigt. Die Plattform deckt neu den gesamten Workflow ab: Aufnehmen, Editieren, Publizieren – und erstmals auch Distribution, alles ohne Wechsel zu anderen Tools. Zu den in den kommenden Wochen gestaffelt erscheinenden Neuerungen gehören ein komplett überarbeitetes Studio samt KI-Editor, Multicam-Aufnahme für persönliche Vor-Ort-Sessions mit synchronisierten Spuren, eine Funktion, die Aufnahmen direkt in Newsletter mit eigener Abo-Seite verwandelt, Social-Media-Scheduling für alle Kanäle direkt aus Riverside sowie animierte Motion-Graphics-Overlays. Ein MCP-Zugang für KI-Assistenten ist als Nächstes angekündigt, aktuell über eine Warteliste.
Wieso ist das wichtig?
Riverside positioniert sich damit explizit als Konkurrenz zu genau der Werkzeugkette, die viele Podcast-Creator heute mühsam selbst zusammenstellen: Aufnahme-Tool, Editor, Hosting-Plattform wie Podigee oder Captivate, und für die Publikumsbindung ein separater Newsletter-Dienst wie Steady. Die neue Newsletter-Funktion ist der interessanteste Punkt aus Schweizer Sicht, weil sie genau die Logik aufgreift, die auch beim Podcast Atlas von Sounds Profitable auftauchte: Newsletter als eigenständiges, algorithmusunabhängiges Territorium, nicht als Anhängsel.





